Schloss Plötzkau

Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Schlosshof 2, 06425 Plötzkau,   Salzlandkreis,
Deutschland,   Sachsen-Anhalt,   "Anhalt-Wittenberg, Wittenberg, Dessau-Roßlau"  
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Schloss Plötzkau © Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Schloss Plötzkau – Renaissance-Anlage auf mittelalterlichen Mauern

Bereits im 11. Jahrhundert erhob sich etwa sechs Kilometer nördlich von Alsleben auf einem Felsvorsprung über der Saaleaue die Burg der Grafen von Plötzkau.


Während der Auseinandersetzungen zwischen Askaniern und Welfen um die Herrschaft in Sachsen wurde die Burg 1139 vom Welfen Heinrich dem Stolzen zerstört.


Der Askanier Albrecht der Bär übernahm nur wenige Jahre später die Plötzkauer Besitzungen als Reichslehen.


Seit 1435 im Besitz der Linie Anhalt-Bernburg, baute Fürst Bernhard von 1566 bis 1573 die Burg unter Einbeziehung ihrer alten Substanz zu einem Schloss im Stil der Renaissance um. Es entstanden über 70 Gemächer, Säle und Stuben, darunter auch ein stark gesichertes "heimliches Gemach".


Aus dieser Zeit stammt ein Sandsteinkamin, der noch heute den ehemaligen Fürstensaal ziert. Sein prunkvoller Aufsatz wird dem Torgauer Bildhauer Georg Schröter zugeschrieben und eine lateinische Inschrift besagt, dass das Bauwerk am 9. November 1567 vollendet wurde.


Ebenso bemerkenswert ist die Stuckdecke im Fürstensaal mit den Initialen VF, die auf Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg (1700-1765) verweisen.


1983 wurden im verfüllten Burggraben neben Skeletteilen auch zahlreiche Münzen aus dem 17. und 18. Jh. gefunden, die belegen, dass in Plötzkau Münzen geprägt wurden.


Im 18. Jh. als Residenz schließlich aufgegeben, wurde von 1741 an im Schloss eine Lackwarenfabrik betrieben und von 1841 bis 1874 diente es als "Straf- und Besserungsanstalt".


Zu den Insassen gehörten "Landstreicher, Trunkenbolde und ähnliches arbeitsscheues Gesindel" sowie entlassene Zuchthäusler, die - wie es hieß - "durch Einsperrung und ständige Beschäftigung zu Tatkraft und ordentlicher Lebensweise" angehalten werden sollten.


Mit Auflösung der Strafanstalt wurde Schloss Plötzkau Teil der Domäne. Nach 1945 zeitweise von Flüchtlingen bewohnt, nutzte das Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte die Räume als Depot für seine Sammlungen bis 1992.


Die Schlossanlage wurde weder im Dreißigjährigen Krieg noch später zerstört. So ist sie heute ein anschauliches Beispiel von frühem Schlossbau in Mitteldeutschland.


 Ihre Größe und Kompaktheit ist heute das Problem für eine angemessene und dauerhafte Nutzung.So steht dieses ungewöhnliche Ensemble in weiten Teilen leer.


Derzeit nutzt der Schlossverein Plötzkau e.V. Teile der Schlossanlage, um Kinder und Jugendliche mit der regionalen und örtlichen Geschichte experimentell vertraut zu machen.


Das Schlosscafé "Sassenbloume" lädt zum Verweilen ein und bietet viele Veranstaltungen an.


Schloss Plötzkau

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    Blick in den Schlosshof
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