Tiere auf Burgen und Schlössern

25 Jahre „Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn“

Zu Besuch im Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn

Eine Fürstenfamilie zwischen
Schloss und Schmetterling

Schloss-Straße 100, 56170 Bendorf-Sayn, Landkreis Mayen-Koblenz
Deutschland, Rheinland-Pfalz, "Mittelrhein-Lahn-Taunus, Koblenz" 
 

25 Jahre sind inzwischen vergangen, seit Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn den „Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn“ im Schlosspark ihrer Familie eröffnete. Wir besuchten die Fürstin in ihrem tropischen Paradies, zwischen Bananenstauden und Hibiskusblüten. 

Sayn. Imposant erhebt sich oberhalb von Sayn der Burgberg mit der trutzigen Stammburg des Sayner Fürstenhauses als Teil des englischen Landschaftsgartens, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Auftrag des Fürsten Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Sayn errichtet wurde. Der sieben Hektar große Park ist dem neugotischen Schloss der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn vorgelagert und wurde durch den früheren Direktor des Botanischen Gartens in St. Petersburg Karl-Friedrich Thelemann und den bekannten Gartenkünstler Heinrich Siesmayer konzipiert und angelegt. Seit 1987 wird das romantische Gartenensemble durch zwei Glaspavillons bereichert, in denen unzählige tropische Schmetterlinge inmitten exotischer Pflanzen frei zwischen den Besuchern umherfliegen.

Die Fürstin und ihre fliegenden Edelsteine

Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein verbringt so viel Zeit wie möglich im Garten der Schmetterlinge und, wo es nötig ist, da packt die Fürstin auch gerne selbst mit an: „Der Schmetterlingsgarten ist mir einer der liebsten Plätze hier in Sayn. Es ist immer wieder bezaubernd, die Falter zu beobachten“, so die Fürstin. „Schauen Sie hier, der Blaue Morpho, er wird auch Himmelsfalter genannt und zählt zu den beliebtesten Schmetterlingen in unserem Garten“. Imposant schwebt der himmelsblaue Schmetterling vorbei an der Fürstin und zielt auf eine Banane, die an einer der zahlreichen „Snackbars“ für die Falter im Schmetterlingsgarten bereitliegt. Neben dem Blauen Morpho ist der gigantische Atlasfalter ein besonders sehenswertes Exemplar. Auch die Fürstin ist immer wieder fasziniert: „Sie gehören mit einer Flügelspannweite von 25 bis 30 Zentimetern zu den größten bekannten Schmetterlingen der Welt. Da die Falter allerdings keine Nahrung zu sich nehmen können, haben sie nur eine Lebenserwartung von wenigen Tagen“. Doch nicht nur Schmetterlinge nennen dieses kleine Paradies ihre Heimat: Besonders beliebt sind bei den Besuchern auch die chinesischen Zwergwachteln mit ihren nur hummelgroßen Küken, der geheimnisvolle Leguan, die riesigen Koi-Karpfen, die Schmuckschildkröten und eine Vielzahl bunter, tropischer Finken.     

Schmetterlinge als Bioindikatoren

Doch der Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn will nicht nur für die Schönheit der „fliegenden Edelsteine“ begeistern, sondern auch auf ihre Bedeutung für die Umwelt hinweisen. „Wir sind  durch das Land Rheinland-Pfalz als außerschulischer Lernort anerkannt und wollen diesem Bildungsauftrag auch gerecht werden“, erklärt die Fürstin. „Nehmen wir beispielsweise die Rolle der Schmetterlinge als Bioindikatoren: Man kann sagen, dass die Umwelt, dort wo Schmetterlinge sich heimisch fühlen, wirklich noch in Ordnung ist“. Als Beispiel führt die Fürstin den Mosel-Apollofalter an, eine gefährdete Schmetterlingsart die an den Steilhängen der Mosel lange Zeit kaum anzutreffen war. „Glücklicherweise wird mittlerweile großflächig auf den Einsatz von Pestiziden beim Weinanbau verzichtet, was den Fortbestand des Apollofalters an der Mosel gerettet hat“, freut sich die Fürstin. Die Fürstin sieht darin auch einen großen Vorteil für Weinfreunde: „Dort wo es heute an der Mosel Apollofalter gibt, ist dementsprechend dann auch der Wein qualitativ hochwertiger, da dort umweltbewusst gehandelt wird“.

Ein Jubiläum, ein Fest und viele bunte Falter

Im Jahr 2012 jährt sich der Tag der Eröffnung des Schmetterlingsgartens zum 25. Mal. Ein Vierteljahrhundert sind die tropischen Falter dann bereits untrennbar mit Sayn verbunden. Dieses Jubiläum wird man im Juli 2012 zum Anlass nehmen, den 25. Jahrestag der Wiederbelebung des Fremdenverkehrs in Sayn zu feiern. „Gleichzeitig werden uns im Juli 2012 die Harvard Krokodiloes, die berühmte A-cappella-Gruppe der Harvard University, ebenfalls zum 25. Mal besuchen. Beide Ereignisse möchten wir mit einem großen Fest auf der Stammburg unserer Familie feiern“, freut sich die Fürstin. So freut man sich in Sayn, zwischen Schloss und Schmetterlingen, jetzt schon auf eine spannende Jubiläumssaison, die am 29. Februar durch die rheinland-pfälzische Umwelt-Staatsministerin Ulrike Höfken eröffnet wird.

Autor: Benjamin Greschner

Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Gräfin von Schönborn-Wiesentheid - Foto: Karl zu Castell-Rüdenhausen
Fürstin Gabriela
Zwei verschiedene Bananenfalter, auch Eule genannt. Der untere Falter trägt den Namen „Goldeule“
Bananenfalter, auch Eule genannt
Schloss Sayn

Quelle: GoogleMaps