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Tiere auf Burgen und Schlössern...

Tier- und Pflanzenwelt, Jagd, Pferd und Hund, kurz „Landleben“
Die Porzellanwelt der Oene Baronin Lancken
Der Fuchs auf dem Tellerrand
Das malerische Heidedorf Mechtersen vor den Toren der alten Salzstadt Lüneburg fristet ein eher verträumtes, unauffälliges Dasein. In der weiteren Umgebung kennen es wahrscheinlich nur wenige. Und doch ist es erstaunlich weit über die Gemarkung hinaus bekannt. In diesem kleinen Ort am Rande der Lüneburger Heide geht nämlich eine weit über die Grenzen Deutschlands bekannte Künstlerin Ihrer Passion, dem Malen, besser gesagt dem „Wiedergeben“ von Bildern nach, die sie der Natur entnimmt.
Irene Baronin Lancken, in Freundes- und Fachkreisen auch „Oene“ genannt, malt seit über 40 Jahren, was immer sie in ihrer ländlichen Umwelt interessiert oder von Kunden aus aller Welt in Auftrag gegeben wird.
Die thematische Breite ihrer Werke ist dabei beeindruckend. Vorrangig gestaltet die Autodidaktin Motive aus Wald und Feld, anatomisch korrekt dargestellte Wildtiere, aber auch lebensnah und mit Gefühl für die Natur, Pflanzen, Früchte, Pferde und Hunde, sowie besonders ansprechende Gebäude- oder Landschaftsansichten.
„Oene“ Lancken stammt aus dem Osten Deutschlands und ist (nach der Vertreibung) auf einem forst– und landwirtschaftlichen Betrieb in Westfalen aufgewachsen. So ergab sich ein enger Kontakt zu Haus- und Wildtieren aller Art, und schon früh wurde die Grundlage für ihr besonderes Verständnis für alles was vier Läufe, Schwingen oder auch Flossen hat geschaffen.
Dabei ist das Einfühlungsvermögen der Künstlerin in Gestalt und Bewegung der Tiere bewundernswert und vermittelt auf den ersten Blick überzeugend den Eindruck absoluter Naturnähe. Oene v. der Lancken erlebt die Natur und ihre Bilder sehr bewusst, um sie später im Atelier zeichnend oder malend festzuhalten.
Hier bringt sie einen ganz persönlichen Stil zum Tragen. Mit einem sehr feinen Feenhaar -Pinsel werden, häufig unter Einsatz einer Lupe, letzte Feinheiten von Haar – oder Federkleid, vielleicht auch der Chitinpanzer eines Insekts herausgearbeitet.
„Mein Mann erwartet von mir, dass die Betrachter versucht sind, die von mir gemalten Federn wegzupusten – dann sind sie richtig!
Sie arbeitet im Stil der französischen und englischen Aquarellmaler des 18. und frühen 19. Jahrhunderts mit einer Mischtechnik aus Aquarell – und Gouachefarben. Damit gelingt es ihr ganz besondere, reizvolle Effekte zu erzielen.
Die verschiedenen Wildarten, mit Vorliebe Füchse, als Miniaturen, oft nur fingernagelgroß, zeichnen sich damit durch feine Detailarbeit in äußerster Präzision aus.
Selbst die kleinen Wunder am Rande des Pirschpfades, die winzige Ameise, der unscheinbar umherkrabbelnde Käfer, vorüber gleitende farbenfrohe Falter oder Libellen, ebenso ein besonders gefärbtes Blatt, werden auf diese Art bildlich von ihr eingefangen. Bei dem Betrachten ihrer Bilder wird deutlich, dass sie ihr genau so wichtig sind, wie außergewöhnliche Szenen eines Jagdtages oder Begegnungen mit Rot- und Schwarzwild, Fuchs, Reh und Hase oder Dachs.
Genaue Kenntnisse der Verhaltensweisen der Tiere, wie auch ein erstaunliches botanisches und zoologisches Wissen helfen ihr dabei.
Das Auge für bemerkenswerte Bilder oder Vorgänge in Wald und Feld ist sozusagen „angewölft“, das Talent zum Zeichnen und Malen hat sie – wie sie meint – wohl von ihrer russischen Großmutter geerbt.
Gemeinsam mit ihrem Mann bildete sie erfolgreich Jagdhunde aus und führte sie im In – und Ausland. Als Reiterin im Wald, Pirschbegleiterin, Treiberin, Hundführerin und bei selbstständigen Arbeiten auf der Schweißfährte mit ihrem Deutschen Wachtel „Bärchen“ – beispielsweise bei dem alten Freund des Ehepaares v. d. Lancken, dem berühmten ungarischen Jagdleiter Dr. Lazlo Studinka in Lábod, Ungarn, - hat die Künstlerin einen Schatz an Beobachtungen gesammelt. Atelierbesuche und zahlreiche Gespräche mit zwei Freunden von Studinka, den ungarischen Tier- und Jagdmalern J. v. Schell und Pál Csergezán gaben ihr vielfache Anregungen, die sie seitdem in ihrem künstlerischen Schaffen begleiten.
In all diesen Lebensphasen wurde ihr Blick für Bilder in der Natur und natürlich auch für jagdliche Situationen geschärft, was sich deutlich in ihren Arbeiten abzeichnet. Zahlreiche Reisen in Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien lieferten ihr weitere kultur – und naturbezogene Kenntnisse und Eindrücke, die sie nun in künstlerischer Kreativität umsetzt. Die Künstlerin malt vor Allem auf Porzellan sowie Aquarelle. Ihr Ruf, besonders als Porzellanmalerin, hat längst die deutschen Landesgrenzen überschritten. In Kunden- und Fachkreisen, einschließlich einer Reihe von namhaften Porzellanherstellern, genießt sie in vielen Ländern Europas höchste Anerkennung.
Das Schaffen schöner Porzellanstücke durch künstlerisch anspruchsvolle Bemalung ist aber nur ein Zweig ihres Schaffens, wenn auch ein sehr bemerkenswerter. Sofern der Markt es verlangt, dekoriert sie hochwertiges Weißporzellan verschiedenster Provenienz, unter Berücksichtigung spezifischer Kundenwünsche, unter Anwendung eines besonderen lithographischen Verfahrens - nach ihren Entwürfen - sodass es von der Qualität handgemalter Einzelanfertigungen kaum zu unterscheiden, aber wesentlich preisgünstiger ist.
Autor: Gerd von Harling

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