Tiere auf Burgen und Schlössern

…das einzige verbliebene Wildpferdevorkommen auf dem europäischen Kontinent

Die Wildpferdebahn im Merfelder Bruch

Die Dülmener Wildpferde der Herzöge von Croÿ

Letter Bruch, 48653 Coesfeld, Kreis Coesfeld 
Deutschland, Nordrhein-Westfalen, "Münsterland, Münster, Dülmen, Coesfeld, Warendorf"  

Die Herzöge von Croÿ

Das Adelsgeschlecht der Herzöge von Croÿ ist in ganz Europa ansässig. Im Jahre 1803 siedelte sich ein Teil der französischen Linie im westfälischen Dülmen an, wo sie ab 1830 das Dülmener Schloss errichteten und 1836 das Haus Merfeld erwarben. Das Dülmener Schloss wurde in Frühjahr 1945 bei einem allierten Bombenangriff zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Wildpferde im Merfelder Bruch

Etwa 12 km westlich der Stadt Dülmen, im Merfelder Bruch, existiert schon seit frühesten Zeiten eine Herde wilder Pferde. Erstmals wurden sie im Jahre 1316 urkundlich erwähnt. Diese etwa 350 Wildpferde sind heute das einzige verbliebene Wildpferdevorkommen auf dem europäischen Kontinent. Mitte des 19. Jahrhunderts schufen die Herzöge von Croÿ den Tieren ein mittlerweile 360 ha (= 3,6 km²) großes Reservat und retteten so die Restbestände des Vorkommens vor dem Untergang durch die fortschreitende Kultivierung und Aufteilung des Landes.

Die Wildpferde sind, bezogen auf Ihre Lebensweise, sich selbst überlassen, folgen ihren Instinkten und sind den Witterungsverhältnissen und dem Nahrungsangebot in ihrem Biotop optimal angepasst. So ist das Dülmener Wildpferd hart, anspruchsarm und gesund geblieben.Der Name sagt schon, dass hier eine Bruchlandschaft vorherrscht. Sie umfasste eine Fläche von mehreren tausend Hektar. Ackerbau und Weidewirtschaft waren wegen des sehr hohen Grundwasserstandes unmöglich. Aufgrund der fortschreitenden Urbarmachung und Inbesitznahme des Landes wurden die letzten freilebenden Wildpferde in das Merfelder Bruch zurückgedrängt. Sie waren unmittelbar vom Aussterben bedroht, als Herzog Alfred von Croÿ im Jahr 1845 den letzten Wildpferden auf seinem Grundbesitz ein Reservat einrichtete.
Dieses Reservat, die Wildbahn des Merfelder Bruches, hat bis heute Bestand. Nach und nach ist die Wildpferdebahn erweitert worden, um der Pferdeherde eine entsprechende Futtergrundlage zu sichern.

Wildpferdefang

Eine besondere Attraktion ist alljährlich am letzten Samstag im Mai der traditionelle Wildpferdefang. Bis zu 20.000 Besucher strömen dann zur Arena und verfolgen, wie die einjährigen Hengste per Hand und ohne Hilfsmittel aus der Herde herausgefangen werden. Danach wird die gesamte Herde wieder unmittelbar in die Freiheit entlassen. Die Jährlingshengste werden im Anschluss an den Fang durch Versteigerung zum Kauf angeboten; einige Tiere werden verlost. Der Dülmener Wildling ist als Reitpferd und zum Kutschfahren beliebt.

Besuch der Wildpferdebahn

Besucher finden in dem Naturschutzgebiet - weitab von der Hektik des Alltages - eine friedlich grasende Herde vor, belebt von umhertollenden und spielenden Fohlen. Bei längerem Verweilen ist das instinktgeprägte Verhalten der Pferde im Familien- und Herdenverband erkennbar.

Fotos der Wildpferde

Gitta Gesing, eine Tierfotografin aus Leidenschaft, begleitet die Wildpferde mit ihrer Fotokamera im Zyklus der Jahreszeiten seit 1990. Einige der dabei entstandenen und besonders sehenswerten Fotografien finden sich in der Bildergalerie "Die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch" sowie auf der Internetseite von Gitta Gesing.

Wildpferdeleben - Herde mit Fohlen
Wildpferdeleben - Herde mit Fohlen
Wildpferdefang immer am letzen Samstag im Mai
Wildpferdefang im Mai
Wildpferdefang immer am letzen Samstag im Mai
Wildpferdefang im Mai
Wildpferdebahn Merfelder Bruch

Quelle: GoogleMaps

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Wildpferdeleben - Zwei Deckhengste beim Kräftemessen... vor der Herde
Wildpferdeleben - Zwei Deckhengste beim Kräftemessen... vor der Herde